Blog Post

Frauentagsparty in Michelsdorf

Walter • 8. März 2025

Pures Tanzvergnügen mit Überraschung

Zum dritten Mal veranstaltete der Kultur- und Heimatverein Michelsdorf e.V. seine Frauentagsparty der besonderen Art. Dabei wird das Michelsdorfer Gemeindezentrum unter einem Party-Motto in den Flair einer vergangenen Epoche verwandelt. Aktuell waren es die bunten und schrillen 80er Jahre. Wir erinnern uns an Filme wie „Zurück in die Zukunft“, Klamotten in Neonfarben und mit Schulterpolstern, Dauerwellen sowie den Beat von Take On Me.

Mit passendem Outfit zum farbigen Interieur kamen dann auch die jungen und junggebliebenen Mädels, um sich ausgelassen zu feiern. Sieben männliche „Pinguine“ waren in der heiligen Frauenhalle geduldet. Mit schwarzer Weste, Schlips und weißem Hemd durften sie die Bar-, Küchen- und Kellnerdienste übernehmen. 

Katja Leichsenring und Britta Wenzke vom Vorstand eröffneten den Abend. Scheinwerfer, Spots und Musikboxen wurden von DJ-Nico Bloch angeschmissen. Doch die Frauen benutzten die Tanzfläche zunächst als „Transitstrecke“ zur Buffet-Anrichte, um Energie in köstlichster Form aufzunehmen. Derweil trugen die „Pinguine“ die ersten Cocktails auf, dessen Gläser sich mit 
ihrem farblichen Inhalt deutlich von ihrem Schwarz-Weiß-Look abhoben. 

Und dann ging die Post ab! Wirbt DJ-Nico damit, dass er jede Party zum Kochen bringt, konnte der Eindruck gewonnen werden, dass die Mädels den musikalischen Ton angaben: Auf hübsche Kärtchen konnten Musikwünsche an den DJ herangetragen werden. Seine Regler am Mischpult waren im Nu davon vollgespickt und ebenso schnell füllte sich die Tanzfläche.
Es wurde von Beginn an mitgesungen und dabei rhythmische Perfomance voller Lebenslust und -energie zelebriert. Wo nehmen die Frauen nur diese Power her? Die Partylust kannte keinen toten Punkt - es war ein Kommen und Gehen auf der Tanzfläche, ein Aufspringen und Strahlen, wenn der entsprechende Musikwunsch aus den Boxen hämmerte. Im Gegenteil - die Ladies mussten 
höflich aufgefordert werden, doch einmal die Tanzbühne zu räumen. Die Überraschung des Abends, organisiert vom Chefbarkeeper Andreas, benötigte die Fläche. 

Wir kennen es aus Western, Jacques-Offenbach-Operetten oder aus dem Moulin Rouge - dem Geburtsort des Cancan - nur diesmal mit vertauschten Rollen: am 8. März 2025, exklusiv in Michelsdorf und nur für die Ladies, aus der Carnevalhochburg Lehnin eingeflogen - The great Männerballet des LCV Lehnin! 

Männliche Wesen mit farbigen Federn am Kopf, mit weiß glänzenden, eng anliegenden Bodies, Arm- und Wadenbereich mit rotgoldblau schillernden Rüschen bestückt, bestgelaunt, schwebten tanzend mit „maskuliner Leichtigkeit“ durch den Hintereingang in den Saal hinein. Die Frauen tobten. Du hattest das Gefühl, als beamte das Männerspektakel die Gesellschaft in den Admiralspalast. Herrlich, was für eine tolle Überraschung! Aber Frauenparty bleibt Frauenparty. Artig zogen sich die Tänzer unter Standing ovations durch den Hinterausgang in den anliegenden Feuerwehrraum zur „Manöverkritik“ zurück. Die Tanzfläche gehörte am heutigen Tage eben nur den Mädels.

So langsam schaute DJ-Nico, der einen leidenschaftlichen Job machte, auf die Uhr. Der 9. März war schon angebrochen. Es brauchte aber noch eine volle Stunde, um letztendlich den finalen „Rausschmeißer“ platzieren zu können. Eine rauschende Ladynacht, dank der unermüdlichen Helfern aus dem Verein, aus dem Dorf, den sieben Pinguinen und dem LCV Männerballet ging zu Ende. Ein Abend, der durch die anwesende Frauenprower nicht so schnell vergessen werden wird. Frau/man darf gespannt sein, in welches Zeitalter der Kultur- und Heimatverein Michelsdorf am 8. März 2026 seine Frauen und Besucherinnen hineinbeamen wird.
von Walter 26. Januar 2025
Oben am Himmel eilig vorbeiziehende mächtige schwarz-weiße Wolkenfelder. Hie und da reißt der Wind gnädig Löcher frei, aus denen Sonnenstrahlen durchfallen. Unten am Boden eine sanft hügelige Landschaft, gespickt mit Wäldern, Feldern und märkischen Sandbüchsen. Hie und da verstecken sich mächtige Tonlöcher im Dickicht. Und quasi dazwischen ein Riesentausendfüßler von achtzig Wanderlustigen, der sich durch das launische Naturschauspiel windet. Mensch und Natur zu einer Einheit verschmolzen. So konnte man es sehen, bei der diesjährigen Winterwanderung des Michelsdorfer Kultur- und Heimatverein e.V.. Ja doch, Winterlandschaft ließ sich auch entdecken: an der knapp acht Kilometer langen Wanderstrecke ein kleiner Schneeblock, von der Witterung zu einer modernen Statue verformt. Aber zurück zu den Löchern am Himmel und auf Erden: Während oben die Löcher wie Scheinwerfer Sonnenkleckse auf grüne Wiesen und Baumwipfel zauberten, boten die Tonlöcher unten den kulturellen Stoff für die Wanderung. Andreas Leichsenring führte die Wanderschar auf den Spuren der Ziegeleien um Michelsdorf. Die Anhaltspunkte (im wahrsten Sinne des Wortes) lieferten Lorentrassen, die ehemalige Villa des Ziegeleibesitzers Schale nebst Wohnhaus der Arbeiter und eben die tiefen Tonlöcher. Die sind mittlerweile zu mystisch wirkenden Dschungeltäler mutiert - gefährlich, in sie hinabzusteigen, gruselig die Vorstellung, da nicht wieder herauszukommen. Geschickt führte die Streckenführung an schönen Blickpunkten vorbei, die das Landschaftsbild im Kontext der Lehmproduktion frei gaben - angereichert mit Andreas spannenden Informationen. Den wohlverdienten „Glühwein to Go“ gab es zum Glück nicht im Dschungeltal der Tonlöcher, sondern am Rande der Michelsdorfer Sandgrube. Dort wartete ein zum Glühweinstand umgebauter Transporter. Irgend jemand aus der Himmelsebene schien uns die Weinpause nicht zu gönnen. Ein Regenschauer wurde herabgeschickt. Kapuze auf und die dampfende Glühweintasse abgedeckt, so wurde die kurze Dusche ausgestanden. Was wäre Michelsdorf ohne seinen Gesang! Die Stimmbänder am Transporter vorgewärmt, entführten uns die Sänger von Michelswalde - nein, die Wandersektion des Männergesangvereins Michelsdorf, in eine Winterlandschaft. In fröhlicher Runde unter einem mittlerweile wärmenden Sonnenloch, sangen sie das Lied vom verschneiten Winterwald. So langsam wurden die Füßchen vom großen Tausendfüßler etwas schwerer. Goodbye, liebe Natur, lieber Lehm und liebes Lichtspiel, bei der sich die Sonne immer weiter durch setzte. Der Tausendfüßler bog ab in seine Wohlfühlhöhle im Michelsdorfer Gemeindezentrum. Tat das gut - heißer Kaffee, leckerer Kuchen und ein Stuhl zum Sitzen inmitten einer gut gelaunten, mit rot gefärbten Backen futternden und schnatternden Wanderschar. Und natürlich - wieder mit Gesangseinlage! Die Michelsdorfer Klosterbrüder fragten nach, ob der Holzmichel denn noch lebt und fanden, dass das Rennsteiglied auch auf „Michelsdorfisch“ gesungen werden kann. Wenn sich auch mancher Ton eher in Richtung Wolkenloch hätte auflösen können - das fröhliche gemeinsame Singen betonte zum Schluss einen wirklich schönen Wandertag. Einen herzlichen Dank an die Macher*innen des Kultur- und Heimatvereins Michelsdorf, den nimmermüden Kuchenbäcker*innen, den Sängern und vor allem an die teilnehmenden Wandersleut.
von Walter 14. Dezember 2024
So wurden die Gäste von Moderator und Männerchorleiter Sven Klatte begrüßt. Der Zeitpunkt der Werbung für den Michelsdorfer Zuzug war clever ausgesucht: Zum einen war da eine bis zum letzten Platz gefüllte Michaelskirche, zum andern sendete eine musikalisch weihnachtliche Wohlfühloase zwischen den ehrwürdig alten Steinmauern des Kirchenschiffes die Botschaft aus - Michelsdorf kann bewegen! Der Männergesangverein Michelsdorf und die Mandolinengruppe des hiesigen Kultur- und Heimatvereins luden zu ihrem jährlichen „Joint Venture Event“ ein, genau zum Michelsdorfer Adventskonzert & Adventsmarkt. Pünktlich zum Glockengeläut fielen neugierig vereinzelte Schneeflocken vom Himmel herunter und die Gäste pilgerten von der Wärme der großen Feuerschale in das Innere der weihnachtlich geschmückten Kirche. Die Kerzen an den Bänken flackerten und der Christbaum leuchtete. Also Bühne frei für den Männerchor mit seinem ersten Lied: „Sind die Lichter angezündet...“ Bevor anschließend die Engelsklänge der Mandolienen den Hall der Kirche erfüllten, erhielt die Poesie das Wort: das Adventsgedicht vom Bären Ladislaus und Puppe Annabella von James Krüss. Mit dieser Metapher sollte auch den letzten an der Weihnachtsfreude Zweifelnden klar geworden sein, dass sie vom Weihnachtsmann in den Weihnachtshimmel abgeholt wurden… Das musikalische Repertoire reichte von den Weihnachtsklassikern bis zur Filmmusik und internationalen Melodien. Je fortgeschrittener der Abend, desto größer, so schien es, wurde die Zahl der Mitwirkenden in Mandolinengruppe und Männerchor: Am Höhepunkt des Konzerts vermischten sich musikalisch endgültig Gäste, Männerchor und Mandolienengruppe in „Stille Nacht, heilige Nacht“. Auch von noch so sinnlicher Musik wird der Mensch nicht satt. Also vom Inneren der ehrwürdigen Feldsteinmauern zu deren Außenseite gepilgert. In einer grün, rot, blau angestrahlten Umgebung, am wärmenden Marktfeuer vorbei, zogen die Nasen in Richtung leckerer Düfte, ausgelöst von Bratwurstgrill, Quarkbällchenpfanne, Erbseneintopf und Glühweinkocher. Leider meinten im Verlauf des Abends die Schneeflöckchen, sich in Regentropfen verwandeln zu müssen. Zuvor versuchte Gevatter Wind mit seinem kühlen Hauch vergeblich, an die mental und leiblich getankte Seelenwärme heranzukommen. Wie ein Mitglied des Kultur- und Heimatvereins es auf den Punkt brachte: „Es war ein herzerwärmendes Ereignis, das den Weg durch die Besucherreihen fand.“ Herzlichen Dank allen Akteur:innen der beiden Michelsdorfer Vereine für die Ausgestaltung des traditionellen Weihnachtsevents. Wir werden den Erfolg bald an der positiven Entwicklung der Bevölkerungsstatistik der Ortsgemeinde Michelsdorf messen können…
von Walter 4. Dezember 2024
Vier Mal im Jahr treffen sich die Michelsdorfer Senior*innen zum gemütlichen Beisammensein, organisiert vom hiesigen Kultur- und Heimatverein. Bei der jährlich letzten Zusammenkunft werden dabei alle Register gezogen: Weihnachten steht nämlich vor der Tür. Da gilt es, Besonderes zu bieten - einen Blumenstrauß der Sinne für Augen, Ohren und Gaumen. So schmeißen sich die Mandolinengruppe und der Männergesangverein des Ortes in ihre schicken Musikantengewänder. Kuchen kommen aus den Michelsdorfer Backöfen bzw. vom Bäckermeister und Landtagsabgeordneten Udo Wernitz persönlich. Die Handarbeitsgruppe des Heimatvereins kreiert die weihnachtliche Deko und das Team „Wir tun was für Rentner“ um die Vereinsvorsitzende Katja Leichsenring läuft sich für einen Fünf-Sterne-Service die Hacken ab. So auch wieder geschehen beim vierten Michelsdorfer Rentnerevent 2024. Aber eigentlich haben die Senior*innen schon ihr eigenes Programm dabei: Austausch der aktuellen News und so mancher Anekdoten, die aus einer großen Lebensfülle gezogen werden. Weihnachtsmusik von der Playlist/Konserve ist da eher lästig, steht diese doch in der unmittelbaren Konkurrenz mit dem Sprachpegel der Kommunikation. Was hat man da wieder so alles mitbekommen: Über die Geschmacksprobe der kredenzten Obstbowle führte der Small Talk zu der früheren Herstellung von Roggenwein und mancher „Verfahren“ zur Verflüssigung heimischer Obstsorten - im eigenen Keller versteht sich. Oder Geschichten über die logistischen Wege von „Tauschgeschäften“ mit Westberlinern. Als heimische Währung galten landwirtschaftliche Produkte aus dem Dorf, die im Westteil Berlins sehr begehrt waren. Ach so, das Weihnachtsfeeling. Ja, es wurde warm um`s Herz, als vierstimmige Weihnachtsmelodien aus den Mandolinen und Mandolen erklangen und die Männer ihren kräftig frischen und dennoch sinnlich vorgetragenen weihnachtlichen Gesang anstimmten. Der Gemeindesaal verwandelte sich atmosphärisch von einer Begegnungsstätte zu einem Konzertsaal. Die Musik übermittelte eine Weihnachtsstimmung, die geprägt ist von schönen Kindheitserinnerungen, einer familiären Harmonie und Geborgenheit, sowie erfüllt von einer friedlichen Freude. Das haben sie wieder erreicht, unsere Michelsdorfer Musikantinnen und Musikanten! Ein herzliches Dankeschön für die Wertschätzung, die uns Michelsdorfer Senior*innen entgegengebracht wird, vom Kultur- und Heimatverein mit seinen Mandolinenfrauen, der Handarbeitsgruppe und dem RenterTeam sowie dem Männergesangverein. Nicht zuletzt großer Dank den „Kuchenfeen“, die nicht müde werden, zu den vier großen Jahresereignissen der „Alten“ das süße Gift beizusteuern.
von Katja 30. November 2024
Wie heißt es in einem bekannten Kinderlied: O es riecht gut, o es riecht fein Heut rühr'n wir Teig für Plätzchen ein In der Küche wird gebacken Helft nur alle Mandeln knacken O es riecht gut, o es riecht fein Den Teig haben die Muttis und Omis, wie aber auch zu erfahren war, der Vati, am Vorabend schon vorbereitet. Viele kleine Bäcker kamen mit Mutti und Omi in den Vereinsraum, um Plätzchen auszustechen. Mancher Teighappen verschwand vorher im Mund. Der Backofen hatte schwer zu tun. Ein Blech nach dem anderen, mit Plätzchen gefüllt, wanderte in den Ofen. Wie heißt es weiter im Lied:  Oh es riecht gut, o es riecht fein Die Plätzchen werden fertig sein Weihnachtskringel braun und rund Eins zum kosten in den Mund. O es riecht gut, o es riecht fein Mit viel Kreativität und Malkunst wurden die Plätzchen verziert. Die Auswahl an Zuckergussfarben, Streusel, Perlen Kugeln usw. war sehr vielfältig. Großer Renner war der „Feenstaub“. Den hatte Karl am Ende sogar in den Haaren. Es war eine tolle Vorweihnachtsstimmung. Die Kinder, aber auch die Muttis und Omis, hatten einen schönen Vormittag.
von Kerstin 16. November 2024
Wenn die TheaterGäng vom Kultur- und Heimatverein Michelsdorf e.V. zu einem kulturellen Abendspektakel einlädt, ist gute Unterhaltung, gepaart mit einem Angriff auf die Lachmuskeln, eigentlich schon fast garantiert. So geschehen auch am 16. November in Rietz, als es hieß „GängSongs live - die musikalischen Best of’s aus vier Theaterstücken“. Ich meinte zu wissen was mich erwartet, da ich alle drei Theaterstücke der Gäng „Drachentöter Michael“, „Des Schiffers Last“ sowie „Die Gräfin und die Biester“ bereits gesehen hatte und dementsprechend mit den Songs vertraut war. Um es vorweg zu nehmen: ich war mehr als überrascht, was die Truppe um Bossin Caro da aus dem Hut gezaubert hat! Zunächst hieß es „Think positiv“, denn der Rietzer Saal vom Organisator „Wunderwerk Zum Seeblick gGmbH“ füllte sich nur langsam. Anders der Schankraum, da war schon bald kein Platz mehr frei, zu sehr lockten Soljanka, Bratwurst & Co. an die Tische. Gut gestärkt und mit Getränken versorgt „stürmten“ letztendlich ca. 50 Besucher den Saal. Das Spektakel konnte beginnen. Es ist wahrscheinlich gar nicht so leicht, ein rundes, in sich stimmiges Programm aus den Songs vier verschiedener Theaterstücke zu kreieren - der Gäng ist dies hervorragend gelungen. Mit kleinen Szenen, die zum Teil neu geschrieben die Songs umspielten, konnte der rote Faden der verschiedenen Handlungen geknüpft und Emotionen von Tragik und Liebe über Verzweiflung bis Komik übermittelt werden. Erste Überraschungsrufe und Lacher im Publikum, als im „Drachentöter Michael“ Gäng-Frischling Alfred hüftschwingend und feuerspeiend als Zwergen-Drache über die Bühne hüpfte. Der achtjährige Nachwuchsschauspieler begeisterte auch später als Diener und hinterhältiger, geldgieriger Verräter der überforderten Gräfin Adelheid das Publikum. Apropos Publikum. Es sorgte von Beginn an mit seiner Begeisterung für ausgelassene Stimmung im Saal. Nicht selten gab es spontanen Zwischenapplaus für geplante und ungeplante Action auf und vor der Bühne. Notwendige Umbau- und Umzieh-Pausen zwischen den einzelnen Szenen wurden mit Witz, Charme und Clownerie gefüllt und so zu komödiantischen Höhepunkten und Bestandteil der Aufführung gemacht. Hut ab, das muss man erstmal hinkriegen. In der Pause konnte man sich in einer kleinen Ausstellung über die Aktionen der Theatergruppe mit Lehniner Schulklassen informieren. Liebevoll von den Kindern gestaltete Poster berichteten von Mühlenspektakeln und Straßentheater. Ein besonderes Schmankerl war Teil 4 der Aufführung, der einen ersten Einblick in das neue, bisher noch nicht aufgeführte Stück gab. Mit „Geister wie wir“ wagt sich die TheaterGäng weg von vergangenen Zeiten hin zu den aktuellen Themen der Zukunft, gekonnt verpackt in coolen Sprechgesang, sphärische Tänze und komische Gestalten. Mehr will ich hier nicht verraten, schaut es euch an. Wen wundert’s, dass nach diesem gelungenen und sehr unterhaltsamen Abend das Publikum fast ausrastete, gar nicht mehr aufhören wollte zu klatschen und so mancher Schein in den Zylinder des ausbeuterischen Ziegeleibesitzers wanderte.
von Walter 30. Oktober 2024
In Michelsdorf erwartete man zu Halloween Besuch von kleinen Geistern. Dafür gestaltete der hiesige Geister- äh Kultur- und Heimatverein e.V. den Kulturhof zu einer Gruselherberge um: Rotgrünblaue Lichtstrahlen durchdringt das Abenddunkel im Hof. Ihr bunter Schein treffen die Wohnaccessoires der Herberge wie Spinnen, Kürbisköpfe, Skelette und meterhohe Netze. Der Hofbaum ist zu einer riesigen farbleuchtenden Zimmerpflanze mutiert. Das Flackern des Lagerfeuers und der Feuertonne mischt sich in dieses geisterhafte Lichtspektakel. Erst wohnbar machen diese Geisterherberge die mit Gruselgeschichten gefüllte Hexenschule, der Kürbisangelteich, die Gruselkomode, die Bühnenlandschaft als Wohnstube sowie die Futterstellen für hungrige und durstige Vampire. - Ach ja, an einen Waschraum der besonderen Art wurde auch gedacht: der Schminktisch. Denn Geister, die nicht wie Geister aussehen, gelten als ungewaschen. Aber erst lebendig wurde diese gruselkuschlige Aura durch das quirlige Treiben der kleinen Hexen, Untote, Monster, Skelette, Vampire und andere Schauergestalten. Natürlich fehlten auch die Glühwürmchen nicht, deren Laternenschein etwas wohltuend friedliches ausstrahlte. Die Herberge füllte sich. Offizielle Stellen des Kultur- und Geistervereins sprechen von über 150 Seelen. Mit dieser Power sollte es doch zu schaffen sein: das Vertreiben der bösen Geister aus Michelsdorf! Eine Aufgabe der TheaterGäng des Vereins. Der „Große“ aus der Truppe rief mit seinem Wikingerhorn die jungen Geistervertreiber zu einer Stammesversammlung ein. Trommeln, Rasseln und Pfeifen wurden verteilt, die rhythmischen Geräuschkulissen abgesprochen. Sie sollten dafür sorgen, das Böse aus dem Dorf zu vergraulen. Der Wikinger (oder Ziegenbock?), der Tambourmajor und die zwei Geistertrommler bildeten die Spitze des Zuges. Letztere sorgten mit ihren Schallwellen (mehr oder weniger erfolgreich), für eine für Körper und Geist erträgliche rhythmische Harmonie. Denn es ging ziemlich zur Sache. „Wenn auch weniger musikalisch, aber an Dezibel gemessen eine gründliche Leistung…“ bescheinigte ein Elternteil die Vergraulungsaktion. Wenn der Geisterzug auch durch relativ wenige Straßenzüge durchging, „…das war bis zum letzten Hühnerstall des Dorfes zu hören!“. Es gab aber auch ein Kontrastprogramm für die „Glühwürmchengruppe“ mit den Laternen. Am Dorfplatz bildete der Zug einen Halbkreis um die zwei Troubadoure der Gäng. Gemeinsam wurde versucht, Sankt Martin mit Laternenliedern zu besänftigen. Denn der durfte sich durch das Geklopfe seinen Mantel um die Ohren gewickelt haben… Nach so viel Geistervertreibung wieder in der bunten Herberge am Kulturhof eingetaucht, war der Hunger auf Stockbrot, Hotdogs, Kartoffelpuffer und Kürbissuppe groß. Die „Küchengeister“ hatten ziemlich viel zu tun. Die kleinen Geister vertrieben sich ihre Zeit im „Supermarkt“ der Gruselstätte. Und manch großer Geist könnte sich bei Vampirblut und Gerstengift gefragt haben, wie Geister die man rief wieder los wird… Generell ist ein großes Lob an den Kultur- und Heimatverein Michelsdorf auszusprechen, die zum wiederholten Male mit viel Engagement und Kreativität die Geisterwelt am Kulturhof erschufen. Der Spaß bei den Kids, der große Zuspruch der Eltern und Aussagen wie „Das gibt es in unserer Gemeinde leider nicht“ dürfte das beste Lob für den Verein sein.  An dieser Stelle ist auf die finanzielle Unterstützung der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ hinweisen, die es ermöglichte das Projekt „Halloween auf dem Kulturhof Michelsdorf“ in diesem Umfang zu ermöglichen.
von Walter 13. Oktober 2024
von Katja 28. September 2024
„Platz ist in der kleinsten Hütte“ so lautete die Vorankündigung zu unserem Puppenspektakel am 28.09.2024. Im wahrsten Sinne des Wortes: Der Ansturm der kleinen Zuschauer mit ihren Eltern wollte nicht enden. Eilig wurden noch einige „Reservestühle“ herbeigeholt. Sonst war alles vorbereitet. Gemütliche Kissen, Hocker, Stühle säumten die Zuschauerreihen im Gemeindezentrum. Bunte selbstgebackene Muffins und Apfelschorle für die Kinder, Kaffee und Kuchen für die Eltern. 15:00 Uhr – die Tür öffnet sich. Jana erscheint in ihrem schicken bunten Kostüm. Es geht ein Raunen durch den Saal. Die Kinder sind begeistert. Bunt geht es zu im Märchenwald – hier leben Hase, Stier und auch drei Bären. Aber wer ist eigentlich Oj-Oj? Und warum kann Mascha Fahrräder reparieren? Mit viel Phantasie und Humor erweckt Jana die vielen Charaktere zum Leben und erzählt Geschichten von Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Mut. Jana springt mit viel Spielwitz und vor allem Spielfreude in die viele Rollen. Und die kleine Zuschauer? Sind ganz hingerissen, lauschen, staunen und kommentieren das Spiel. Einige hält es nicht auf den Plätzen und fangen an, nach der Musik zu tanzen. Nach einer knappen Stunde höchster Aufmerksamkeit gibt es dicken Applaus für Janas tolle Vorstellung. Viele Kinder bekommen sogar noch ein Foto zusammen mit der Hauptdarstellerin. Fazit: In Michelsdorf ist nicht nur „Platz in der kleinsten Hütte“, sondern es ist ordentlich was los.
von Walter 25. September 2024
In jeder Jahreszeit lädt der Heimat- und Kulturverein einmal zum Michelsdorfer Rentnertreff ein. Aktuell wurde die Herbstzeit eingeläutet. So spiegelte sich die herbstliche Farbenpracht im liebevoll dekorierten Saal des Gemeindezentrums wider. Zwischen Kaffee, Kuchen, Bowle, Sekt und Würstchen wurde sich wie immer angeregt unterhalten. Auch wenn sich bei der Tischauswahl der Senior*innen in gewohnter Weise kaum etwas bewegte, sorgte das Programm für die übergreifende Kommunikation. Neuer Hit in dieser Runde ist die historische Spurensuche um die Michelsdorfer Region herum. Als Grundlage dienen alte Fotos, möglichst mit Personen abgebildet. Das lässt die Geschichte lebendiger werden. So z.B. wird auf dem alten Bild der „Kickeweiber“ eine geheimnisvolle Dame entdeckt. Nachträgliche Recherchen konnten klarstellen, dass sie damals aus Argentinien zu Besuch im Dorf verweilte. Und wer kann sich noch erinnern, was in den 30er Jahren an der Stelle der heutigen Bildungsstätte der Bundesfinanzdirektion in Kloster Lehnin angesiedelt war? Richtig, das „Gedevag“ Erholungsheim. Nachforschungen aus dem Team „Wir tun was für unsere Rentner“ holt es in die Gegenwart zurück: Da wird u.a. ein Gruppenfoto des damaligen Personals ausgegraben. Gibt es „Überliefertes“ zu berichten aus der heutigen Verwandtschaft? Und ob! „Bei meiner Urgroßmutter hat sich bei der Essensbestellung eines Gastes folgendes zugetragen…“ Spurensuche mit alten Fotos und Anekdoten aus dieser Zeit. Das kommt an! Was das mit „Ännchen von Tharau“ zu tun hat? Das Gesangsduo „Die Klosterbrüder“ - ebenfalls Rentner und zum Inventar der Veranstaltung gehörig (Anmerkung der Redaktion) - meinen dazu, dass dieses Lied auch einen alten personenbezogenen Hintergrund aufweist: Es besingt einen Liebes- und Lebensbund sowie Verehrung und Treue aus dem Zeitalter des Barocks. Das zweite Lied, das die Brüder mit gesanglicher Unterstützung der Anwesenden zum Besten gaben, handelt von dem menschlichen Leben schlechthin, in einer Reise zusammengefasst, die hoch auf einer gelben Postkutsche stattfindet. Viel Beifall gab es wie immer an das Organisationsteam des Rentnertreffs. Diesmal vielleicht noch etwa mehr: Die Kosten für Speis und Trank konnten vom Verein getragen werden und Fam. Schinhauer spendierte eine Sektrunde anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit. Nun dürfen wir auf das winterliche Treffen (Weihnachtsfeier) gespannt sein: Die Gerüchteküche erzählt bereits von einem Dorf - historischen Gericht das kredenzt werden soll… Also vorweihnachtliche Überraschung wird garantiert und - „Natürlich nur für Rentner.“
von Britta 20. September 2024
ging es Ende September für alle Aktiven durch die schöne Umgebung von Emstal und Rädel. Vier Pferde vor zwei Wagen gespannt, trotteten zwei Stunden lang gemächlich durch das Revier- Lehnin kurz gestreift-, vorbei am Emstaler Schlauch mit der Hexenkiefer und wieder zurück zum gemütlich hergerichteten Hof von Familie Leonhardt, wo schon der süße Duft vom Backschwein aus der Pfanne waberte. Noch das eine oder andere Pläuschchen bei einem Erfrischungsgetränk und schwuppdiwupp war der kurzweilige Ausflug zu Ende. Petrus meinte es gut mit uns an diesem schönen Spätsommernachmittag, so dass auch die Radfahrer den Heimweg nach Einbruch der Dunkelheit noch ohne dicken Schal zurücklegen konnten.  Und wieder einmal ist bewiesen, dass der gute alte Goethe recht hatte mit: "Warum in die Ferne ..." Vielen Dank an Familie Leonhardt und die Orga-Truppe für den gelungenen Nachmittag!
Mehr anzeigen
Share by: